Wem dient die Wirtschaft?

Ziel der Wirtschaft muss das Bereitstellen von Waren und Dienstleistungen sein, um das Gemeinwohl zu fördern. Dieser Zweck muss immer im Mittelpunkt stehen, damit Wirtschaften nicht zum Selbstzweck verkommt. Das Gemeinwohl beinhaltet dabei nicht nur das simple Bereitstellen, sondern auch das Wohlbefinden der Menschen, die diese Leistungen erbringen. Ein innovatives Wirtschaftssystem soll daher sowohl auf Wettbewerb der besten Ideen basieren, gleichzeitig aber darauf abzielen, Konkurrenzverhältnisse zu minimieren und solidarische Kooperation zu stärken. Auch darf die Steigerung unseres Wohlstandes nicht jenen unserer Mitmenschen und unserer Umwelt gefährden. Wirtschaften der Zukunft muss daher nachhaltig, sprich ohne Wachstumsfokussierung, und kooperativ organisiert werden. Unser derzeitiges Wirtschaftssystem gewährleistet das nicht. Während mehr und mehr Menschen von Armut betroffen sind und die die Löhne stagnieren, steigt zugleich der Wohlstand einiger Weniger. Das sind die logischen Folgen eines Wirtschaftssystems, das auf Konkurrenzkampf, Wachstum und Profitmaximierung ausgerichtet ist. Auf einem Planeten mit endlichen Ressourcen ist das System des Kapitalismus, das auf permanentem Wachstum basiert, langfristig zum Scheitern verurteilt!

Mit unserem Wirtschaftssystem muss sich daher auch die gesellschaftliche Definition von Arbeit verändern. So ist zurzeit nur diejenige Arbeit etwas wert, die auch finanziell entlohnt wird. Dabei wird vor allem bei der Kindererziehung, im Haushalt und bei der Pflege überwiegend von Frauen unentgeltlich Arbeit geleistet, ohne die das derzeitige System sofort zusammenbrechen würde. Genauso werden jedes Jahr Millionen Stunden ehrenamtlicher Arbeit in Europa geleistet, die ebenfalls essentiell für unser Zusammenleben sind. Unter Arbeit sind alle Tätigkeiten – bezahlt oder unbezahlt – zu verstehen, durch die das Leben unserer Mitmenschen verbessert wird. Wenn wir Arbeit unter dieser Definition sehen, bekommt sie einen ganz neuen Stellenwert und ist nicht mehr nur der Tausch Arbeitskraft gegen Geld. Dann wird jeder Beitrag, der das Gemeinwohl steigert, als wertvoll angesehen und verdient damit Entlohnung. Gleichzeitig machen die Menschen das, was sie wirklich tun wollen, und können sich selbst verwirklichen und damit ein wirklich gutes Leben leben.

Nehmen wir uns die Zeit zu überlegen, wie wir uns ein nachhaltiges Wirtschaften und faire Arbeit in Zukunft vorstellen. Wie wollen wir Arbeit entlohnen? Was zählt überhaupt alles als Arbeit? Wie können wir innovatives Wirtschaften und Unternehmertum fördern? Wie können wir ein Wirtschaftssystem schaffen, das nicht auf Ausbeutung von Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern basiert? Ein Wirtschaftssystem, das unsere Umwelt nicht zerstört?

Auf dem Weg zu einem fairen und nachhaltigen Wirtschaftssystem können wir die ersten Schritte schon jetzt setzen.

Forderungen

  • Fokussierung der europäischen Wirtschaft und Arbeit auf Kooperation und Nachhaltigkeit mit Ziel der Steigerung des Gemeinwohls.
  • Neubewertung von wirtschaftlichem Erfolg, Einführung neuer Indikatoren zur Messung des Gemeinwohls und Erhalt der Umwelt. Herstellung von Kostenwahrheit durch Einbeziehung von zB. Umweltschäden in die Preise.
  • Strikte Regulierung der Finanzwirtschaft und Unterordnung unter die Realwirtschaft. Reduzierung der Systemrelevanz von Großbanken sowie Trennung von Geschäfts- und Investitionsbanken.
  • Progressive und gleiche Besteuerung von Lohn-, Unternehmens- und Kapitaleinkommen sowie Harmonisierung dieser und europaweit einheitliche Steuern auf Vermögen und Erbschaften über 500.000 €.
  • Umstellung der europäischen Energiegewinnung auf 100 Prozent erneuerbare, nachhaltige Energien bis 2040 sowie massive Förderung der Energieeffizienz.
  • Gleicher Lohn für Männer und Frauen für gleichwertige Arbeit gesetzlich festlegen, schrittweise Kürzung der Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich und Einführung europaweiter Mindestlöhne in existenzsichernder Höhe.
  • Forschungsprojekte zur Durchführbarkeit einer langfristigen Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens für alle Menschen.
  •  Europaweite Finanztransaktionssteuer auf alle handelbaren Finanzprodukte, Bekämpfung von Steueroasen und Schließung von Steuerschlupflöchern.
  •  Verbot von Bankenrettungen auf Kosten der Gesellschaft und Stopp von Privatisierungen kommunalen und öffentlichen Eigentums.

 

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